Geschichte

Aus der Historie – Kurz und knapp
Die Wurzeln des Schützenfestes reichen bis in die germanische Vorzeit zurück. Diese Ursprünge sind jedoch unter Volkskundlern umstritten. Es fanden Jagden auf einen Vogel (Zaunkönig) statt, der eine Gottheit verkörperte, deren Kraft auf die Menschen verströmt werden sollte. Der erlegte Vogel wurde auf einer Stange umher-getragen und der erfolgreiche Schütze galt als König. Häufig schlossen sich die Schützen zu gildenartigen Genossenschaften zusammen. Unentbehrlich waren die Schützen vor allem bei der Verteidigung der Städte. Im ausgehenden Mittelalter erlaubte der christliche Opfergedanke das heidnische Brauchtum umzudeuten und es entstanden die um 1400 die ersten Schützenbruderschaften im Rheinland. Die Bruderschaften des Mittelalters waren eine städtische Erscheinung, die alle Lebensbereiche umfasste. So wurden die religiösen Verpflichtungen herausgestellt und die sozialen Aufgaben der Schützen sind bis heute definiert: Unverschuldet in Not geratene Brüder und sozial schwache werden unterstützt, stirbt einer in Armut, so sorgt die Bruderschaft für ein würdiges Begräbnis. Mit der Besetzung des Rheinlandes im Jahre 1794 durch die Franzosen, wurden die Schützenbruderschaften aufgelöst. Auf drängen der Bevölkerung, die auf ihre Schützenfeste nicht verzichten wollte, wurde um 1800 das gesellige und sportliche Leben der Schützen wieder gestattet. In dem nun wiederbelebten Schützenwesen organisierte jedoch die Bürgerschaft die Befriedigung ihrer Bedürfnisse selbst, unabhängig von Kirche und Obrigkeit. Der Verein bot eine Nische der Freiheit im Zeitalter der Zensur und Unterdrückung. Nun gab es Möglichkeiten der Ver-brüderung von Bürgern über enge konfessionelle Grenzen hinweg. Durch die Durchführung von Schießübungen und Schützenfesten wurden Gemeinschaftsformen entwickelt, die sich positiv auf das Zusammenleben in einer Stadt oder einem Dorf auswirkten.
In Schildgen wurde zunächst der St. Seb. Schießverein Unter-Odenthal gegründet. Im Jahre 1909 korrigierten die Schützenbrüder der Gründungsjahre den Vereinsnamen auf St. Seb. Schützen-bruderschaft Unter-Odenthal und bekannten sich dadurch zu einer Vereinigung in der christliche Ideale bis in die Gegenwart lebendig sind. Die Kontiniutät der Schützenfeste wurde nur durch die beiden Weltkriege und die unmittelbare Nachkriegszeit unterbrochen.